| Veranstaltung: | Landeskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6 Antragsberatung |
| Antragsteller*in: | KV Weimar/ Weimarer Land (dort beschlossen am: 21.08.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 25.08.2026, 11:02 |
A40: Spaßantrag: “Sperrt die Männer weg” - Für einen verantwortungsvollen Umgang mit einer strukturell auffälligen Bevölkerungsgruppe
Antragstext
Die Ergebnisse von gefühlt 5000 Jahre Alleinherrschaft der Männer kann man heute
gut sehen: Kriege, Kapitalismus, schlechte Bahn, Mansplaining und Podcasts mit
vier Männern, die sich gegenseitig erklären, wie Politik eigentlich
funktioniert.
Leider muss man dabei auch weiterhin feststellen:
Männer bekommen es bis heute nicht hin, ihr eigenes Verhalten und das ihrer Mit-
Männer zu regulieren. Sie unterbrechen, erklären, sagen “nicht alle Männer”,
ergänzen “nur ganz kurz” und produzieren lieber Podcasts, als auch nur einmal
zuzuhören. Auch innerhalb unserer Jugendorganisation sind solche
Verhaltensweisen verankert, es ist daher zwingend notwendig, zusätzliche
Regelungen zu treffen, um in Zukunft überhaupt sinnvoll mit Männern arbeiten zu
können.
Besonders systematisch für dieses Problem ist, dass FLINTA* weiterhin die Arbeit
übernehmen müssen, Männern zu erklären, wann sie sich sexistisch verhalten,
warum es problematisch ist, dass sie andere (vorallem FLINTA*) ständig
unterbrechen und weshalb “Ich sehe das aber anders” kein Erkenntnisgewinn in
einer Debatte darstellt.
Dass Frauen diesen Antrag miterarbeiten und mitdenken müssen, ist selbst bereits
Teil des Problems: Männer sind offenbar nicht mal in der Lage, die Regeln für
ihr eigenes erträgliches Verhalten ohne weibliche, feministische Anleitung zu
entwickeln.
Die Jusos Thüringen fordern daher, dass Männer zunächst alle ins Gefängnis
müssen und sich ihre Freiheit anschließend schrittweise wieder erarbeiten
können.
Voraussetzung für die Entlassung ist dabei das Bestehen eines demokratisch-
feministischen Grundfähigkeitstests. Dabei geht es ausdrücklich nicht um
Intelligenz, sondern um die Frage, ob ein Mann wenigstens grundsätzlich
demokratisch und feministisch zurechnungsfähig ist.
Dieser Test umfasst daher insbesondere, aber nicht abschließend folgende Fragen,
deren Beantwortung sowohl im nüchternen Zustand als auch unter Einfluss von
legalen Drogen sinnstiftend erfolgen sollte:
- Warum ist „Nicht alle Männer“ keine gute Antwort, wenn jemand über
Sexismus redet?
- Was ist Care-Arbeit und warum ist „Meine Freundin, Mutter oder Oma macht
das halt“ keine ausreichende Erläuterung?
- Was bedeutet Consent und warum kann Zustimmung nicht nur einmal am Anfang
abgefragt und dann für immer vorausgesetzt werden?
- Was ist Gender Pay Gap und warum ist “Aber meine Freundin verdient mehr
als ich“ kein Gegenbeweis?
- Was ist der Unterschied zwischen Erklären, Unterbrechen und „Ich will nur
ganz kurz ergänzen“?
- Warum ist „Ich helfe meiner Freundin im Haushalt“ bereits die falsche
Formulierung?
Über das bestehen entscheidet eine Kommission, die sich zu Beginn aus FLINTA*s
zusammensetzt. Später wird diese Arbeit hauptsächlich von rehabilitierten
Männern übernommen, unter ständiger FLINTA*-Kontrolle.
Bis Männer nachweislich gezeigt haben, dass sie zu selbstreguliertem
Gruppenverhalten fähig sind, gelten innerhalb der Jusos Thüringen vorübergehend
folgende verschärfte Regelungen für die Zusammenarbeit mit Männern:
- Alle Männer absolvieren zunächst eine dreimonatige Zuhör-Pause.
- Vor jeder Wortmeldung ist kurz zu prüfen: Hat das vielleicht schon eine
Frau vor mir gesagt? Falls die Antwort positiv ausfällt, ist die
Wortmeldung zurückzuziehen und sofort eine Reflexion einzuleiten.
- Das Sagen von “Nicht alle Männer” verpflichtet zur vollständigen
Ausarbeitung des Awarenesskonzeptes der nächsten Juso-Veranstaltung.
- Bei Wortbeiträgen wie z.B. “Ich bin ja Feminist, aber …” wird das Mikrofon
automatisch für mind. 10 Minuten stummgeschaltet.
- Wer eine FLINTA* im Plenum unterbricht, muss erneut den demokratisch-
feministischen Grundfähigkeitstest absolvieren, auch wenn es nur eine
“Nachfrage” war.
- Mansplaining führt zur weiteren Einschränkung der Redezeit und des
Sprechverhaltens. Über Art und Umfang entscheiden die FLINTA*-Mitglieder
des Landesvorstandes der Jusos Thüringen, bzw. auf einer Landeskonferenz
alle anwesenden FLINTA*-Mitglieder des Landesverbandes, mit einfacher
Mehrheit.
