| Veranstaltung: | Landeskonferenz 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Jusos Unstrut-Hainich-Kreis (dort beschlossen am: 21.08.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 21.08.2026, 21:13 |
A17: Für eine geschlechtergerechte Ortsnamenslandschaft in Thüringen
Antragstext
Spaßantrag für die Landeskonferenz der Jusos Thüringen:
Sprache schafft Wirklichkeit. Wer durch Thüringen fährt, begegnet auf
Ortsschildern ständig dem generischen Maskulinum: Eisenberg, Heringen,
Sondershausen - überall steckt “er” drin, nirgends “sie*” oder “ihr*”. Das ist
kein Zufall, sondern gelebtes Patriarchat, verewigt auf Blech.
Während wir als queerfeministischer Jugendverband tagtäglich für die Überwindung
patriarchaler Strukturen kämpfen, begegnet uns das “er” weiterhin auf Schritt
und Tritt. Wir finden es auf Autobahnausfahrten, auf Landstraßen und in den
Karten unserer Smartphones. Man kann ihm quasi niemals entkommen.
Wir sagen: Schluss damit!
Wenn schon die Bundeswehr Karrierewege als “divers” bewirbt und der Duden das
Gendersternchen kennt, dann kann doch auch die thüringische Kartografie nicht
länger dahinter zurückbleiben. Es ist nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet die
Orte, an denen wir leben, arbeiten und Politik machen, sprachlich weiterhin von
einem überholten Geschlechterverständnis geprägt werden.
Dabei geht es natürlich nicht darum, Geschichte unsichtbar zu machen. Nein, ganz
im Gegenteil: Wir wollen patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft
sichtbar machen und sie anschließend komplett beseitigen.
Ausgerechnet die Landeshauptstadt trägt ihr „er“ mitten im Namen, mitten in
Thüringen, mitten in Deutschland. Wenn wir schon nicht von heute auf morgen das
Patriarchat abschaffen können, dann können wir wenigstens dafür sorgen, dass
niemand mehr nach Erfurt fahren muss.
Als Jusos haben wir den Anspruch, gesellschaftliche Veränderungen nicht bloß zu
fordern, sondern uns auch aktiv dafür einzusetzen. Deshalb wollen wir dort
anfangen, wo uns das Patriarchat buchstäblich begegnet: auf den Ortsschildern
Thüringens. Wir fordern daher die konsequente Umbenennung aller Thüringer
Städte, in deren Namen sich ein „er“ versteckt, zugunsten einer
geschlechtergerechten und zukunftsorientierten Namensgebung.
Konkret fordern wir:
Artern → Artsie*n
Bad Berka → Bad Bsie*ka
Berga-Wünschendorf → Bihr*ga-Wünschendorf
Bleicherode → Bleichsie*rode
Brotterode-Trusetal → Brottsie*rode-Trusetal
Eisenberg → Eisenbihr*g
Erfurt → Sie*furt
Gera → Gsie*ra
Heringen → Sie*ringen
Hermsdorf → Sie*msdorf
Hirschberg → Hirschbihr*g
Leutenberg → Leutenbihr*g
Münchenbernsdorf → Münchenbsie*nsdorf
Nottertal-Heilinger Höhen → Nottsie*tal-Heilingsie* Höhen
Oberhof → Obsie*hof
Rastenberg → Rastenbihr*g
Saalburg-Ebersdorf → Saalburg-Ebsie*sdorf
Sömmerda → Sömmsie*da
Sondershausen → Sondsie*shausen
Sonneberg → Sonnebihr*g
Steinbach-Hallenberg → Steinbach-Hallenbihr*g
Ummerstadt → Ummsie*stadt
Waltershausen → Waltsie*shausen
Wir sind überzeugt: Wer das Patriarchat auf den Ortsschildern nicht bekämpft,
nimmt es billigend in Kauf.
Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Und Wirklichkeit kann man ändern.
Begründung
Erfolgt darstellend.

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