| Veranstaltung: | Landeskonferenz 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6 Antragsberatung |
| Status: | Beschluss |
| Abstimmungsergebnis: | angenommen Nein: 6, Enthaltungen: 0 |
| Beschluss durch: | Lako |
| Beschlossen am: | 19.09.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Für eine geschlechtergerechte Ortsnamenslandschaft in Thüringen
Beschlusstext
Spaßantrag für die Landeskonferenz der Jusos Thüringen:
Sprache schafft Wirklichkeit. Wer durch Thüringen fährt, begegnet auf
Ortsschildern ständig dem generischen Maskulinum: Eisenberg, Heringen,
Sondershausen - überall steckt “er” drin, nirgends “sie*” oder “ihr*”. Das ist
kein Zufall, sondern gelebtes Patriarchat, verewigt auf Blech.
Während wir als queerfeministischer Jugendverband tagtäglich für die Überwindung
patriarchaler Strukturen kämpfen, begegnet uns das “er” weiterhin auf Schritt
und Tritt. Wir finden es auf Autobahnausfahrten, auf Landstraßen und in den
Karten unserer Smartphones. Man kann ihm quasi niemals entkommen.
Wir sagen: Schluss damit!
Wenn schon die Bundeswehr Karrierewege als “divers” bewirbt und der Duden das
Gendersternchen kennt, dann kann doch auch die thüringische Kartografie nicht
länger dahinter zurückbleiben. Es ist nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet die
Orte, an denen wir leben, arbeiten und Politik machen, sprachlich weiterhin von
einem überholten Geschlechterverständnis geprägt werden.
Dabei geht es natürlich nicht darum, Geschichte unsichtbar zu machen. Nein, ganz
im Gegenteil: Wir wollen patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft
sichtbar machen und sie anschließend komplett beseitigen.
Ausgerechnet die Landeshauptstadt trägt ihr „er“ mitten im Namen, mitten in
Thüringen, mitten in Deutschland. Wenn wir schon nicht von heute auf morgen das
Patriarchat abschaffen können, dann können wir wenigstens dafür sorgen, dass
niemand mehr nach Erfurt fahren muss.
Als Jusos haben wir den Anspruch, gesellschaftliche Veränderungen nicht bloß zu
fordern, sondern uns auch aktiv dafür einzusetzen. Deshalb wollen wir dort
anfangen, wo uns das Patriarchat buchstäblich begegnet: auf den Ortsschildern
Thüringens. Wir fordern daher die konsequente Umbenennung aller Thüringer
Städte, in deren Namen sich ein „er“ versteckt, zugunsten einer
geschlechtergerechten und zukunftsorientierten Namensgebung.
Konkret fordern wir:
Artern → Artsie*n bzw. im Pride*-Month zu Artthey*n
Bad Berka → Bad Bsie*ka bzw. im Pride*-Month zu Badthey*ka
Berga-Wünschendorf → Bihr*ga-Wünschendorf bzw. im Pride*-Month zu
Bthem*ga-Wünschendorf
Bleicherode → Bleichsie*rode bzw. im Pride*-Month zu Bleichthey*ode
Brotterode-Trusetal → Brottsie*rode-Trusetal bzw. im Pride*-Month zu
Brotthey*ode-Trusetal
Eisenberg → Eisenbihr*g bzw. im Pride*-Month zu Eisenthem*
Erfurt → Sie*furt bzw. im Pride*-Month zu They*furt.
Gera → Gsie*ra bzw. im Pride*-Month zu Gthey*a
Heringen → Sie*ringen bzw. im Pride*-Month zu They*ingen
Hermsdorf → Sie*msdorf bzw. im Pride*-Month zu They*msdorf
Hirschberg → Hirschbihr*g bzw. im Pride*-Month zu Hirschthem*
Leutenberg → Leutenbihr*g bzw. im Pride*-Month zu Leutenthem*
Münchenbernsdorf → Münchenbsie*nsdorf bzw. im Pride*-Month zu
Münchenthey*nsdorf
Nottertal-Heilinger Höhen → Nottsie*tal-Heilingsie* Höhen bzw. im Pride*-
Month zu Notthey*tal-Heiligthey* Höhen
Oberhof → Obsie*hof bzw. im Pride*-Month zu Obthey*hof
Rastenberg → Rastenbihr*g bzw. im Pride*-Month zu Rastenthem*
Saalburg-Ebersdorf → Saalburg-Ebsie*sdorf bzw. im Pride*-Month zu
Saalburg-Ebthey*sdorf
Sömmerda → Sömmsie*da bzw. im Pride*-Month zu Sömmthey*da
Sondershausen → Sondsie*shausen bzw. im Pride*-Month zu Sondthey*shausen
Sonneberg → Sonnebihr*g bzw. im Pride*-Month zu Sonnethem*
Steinbach-Hallenberg → Steinbach-Hallenbihr*g bzw. im Pride*-Month zu
Steinbach-Hallenthem*
Ummerstadt → Ummsie*stadt bzw. im Pride*-Month zu Ummthey*stadt
Waltershausen → Waltsie*shausen bzw. im Pride*-Month zu Waltthey*shausen
Wir sind überzeugt: Wer das Patriarchat auf den Ortsschildern nicht bekämpft,
nimmt es billigend in Kauf.
Denn Sprache schafft Wirklichkeit. Und Wirklichkeit kann man ändern.
Weiterhin benennen wir zur zügigen Machtübernahme durch Alleinregierung nach
saarländischen Vorbild in vorbereitung des Saarzialismus:
Jena in Jensaar
Gera in Ge sie* saar
und Sömmerda in Sö sie* saar um.
Antragsbegründung
Erfolgt darstellend.
